• Christian Lunkenheimer

Ergebnisse: Umfrage nach acht Wochen Coronakirche

Aktualisiert: Mai 14


In den letzten paar Tagen hatte unsere Gemeinde Gelegenheit, ihr Feedback zur Gestaltung des Gemeindelebens in der aktuellen Situation zu geben. Von knapp 70 Personen haben wir in 53 abgegebenen Fragebögen Rückmeldung erhalten, davon haben etwa 1/3 kein Internet. Die Umfrage wurde über umfrageonline.com gemacht. Alternative wäre (DS-EKD konform und bis 50 Teilnehmer:innen kostenfrei) lamapoll.de oder Google/Microsoft Forms. Die Antworten waren auf alle Fälle sehr hilfreich für die weiteren Planungen - u.a. für die Frage: Machen wir schon wieder analoge Gottesdienste oder bleiben wir digital?


1. Wie oft nutzt du die Angebote der FeG in Coronazeiten?

Hier wirkt sich die Bandbreite der Angebote und die Möglichkeit per Telefon teilzunehmen positiv aus. Dennoch werden unsere Angebote primär von einer Kerngruppe sehr intensiv genutzt, während andere (tendenziell ohne Internet) seltener oder gar nicht teilnehmen. "Wöchentlich" meint dabei nicht die Teilnahme am Online-Gottesdienst, an den meisten Sonntagen verweisen wir bislang auf andere Streams.


2. Wie zufrieden bist du insgesamt mit den Angeboten der FeG in Coronazeiten?

Ein erfreuliches Ergebnis! Auf einer Skala von 0-100 (sehr unzufrieden - sehr zufrieden) kam im Mittel 77 heraus. Interessant sind ein paar wenige deutlich unzufriedene und sehr viele sehr zufriedene. Aus den anderweitig gegebenen Antworten kann man schließen, dass die deutlich Unzufriedenen spannenderweise nicht zur Gruppe der Analogen gehören, dagegen ein Teil der sehr zufrieden. Hypothesen gerne in den Kommentaren oder per Twitter :).


3. Wie zufrieden bist du mit folgenden Angeboten in unserer Gemeinde?

Peinlicherweise haben wir ein wichtiges Element in der Abfrage vergessen: Den monatlich erscheinenden Gemeindebrief - grade jetzt als Kommunikationsmittel kaum zu überschätzen. Solltet ihr eine ähnliche Umfrage bei euch durchführen: Checkt, ob ihr tatsächlich alle Angebote erfasst habt, die euch interessieren. Ansonsten zeigt sich hier, dass die Angebote (sofern genutzt) überwiegend geschätzt werden. Mehr über unser Programm erfahrt ihr in den beiden Beiträgen zur Coronakirche, zur technischen Umsetzung in meiner Toolübersicht.


4. Warum hast du so geklickt, wie du geklickt hast?

Aufschlussreich war dann die optionale Begründung. Der Großteil gab an, zufrieden zu sein. Es gab jedoch auch eine kleine Gruppe, die "eher wenig medial im Privatleben sind" oder für die "Online-Angebote nur absolute Not-Angebote sein können". Nachbessern werden wir bei der WhatsApp-Gruppe (Gruppenregeln einführen, Smalltalk-Gruppe gründen) und darauf achten, dass das Kontakt halten per Telefon weiter ausgebaut wird und wirklich alle erreicht.


5. An welchen Angeboten würdest du in den nächsten Wochen relativ regelmäßig teilnehmen?

Sehr hilfreich war für uns die Angabe: Woran wirst du in den nächsten Wochen teilnehmen. Unsere Nachbarschaftshilfe hat immer noch deutlich mehr Helfer als Hilfsgesuche - Die Hilfsgesuche sind fast auf null. Die andernorts sehr gut funktionierende Onlinekneipe hat bei uns nicht richtig gezündet und wird eingestellt. Das Bibelgespräch abends wird in Zukunft mit einer anderen Gemeinde zusammen durchgeführt oder läuft aus, wenn die Hauskreise wieder starten.


6. Würdest du unter oben genannten Bedingungen an Präsenzgottesdiensten im Gemeindehaus teilnehmen (25-35 Sitzplätze)


7. Falls nein: Was müsste sich ändern, damit du teilnehmen würdest?


Diese Fragen haben uns natürlich besonders interessiert. Die für uns geltenden Schutzbestimmungen sehen vor:

  • Maskenpflicht

  • kein Gemeindegesang

  • Abstand halten

  • keine Kinder, keine Kranken, Risikogruppe wird Teilnahme abgeraten

  • Teilnehmerliste

Das Ergebnis: Quasi 50/50. Das Nein wurde unterschiedlich begründet - ähnlich unserer Argumentation als Gemeindeleitung.

  1. Ich gehöre zur Risikogruppe, damit steht eine Teilnahme für mich außer Frage (ca. 1/3)

  2. Ich will meine Geschwister nicht gefährden

  3. Wenn die Beschränkungen aufgehoben werden und ein schöner GoDi wieder möglich wird (Besonders wichtig: Singen dürfen, etwas weniger der Wegfall der Maskenpflicht) (ca. 1/2)

  4. Erst wenn alle kommen dürfen, Kranke und Kinder ausladen ist nicht im Sinne Jesu

  5. Ich brauche einen Kindergottesdienst


8. Angesichts der oben genannten Bestimmungen: Wie sollten wir aktuell Gottesdienst feiern?

Wer angibt, bereits an Präsenzgottesdiensten teilzunehmen, präferiert tendenziell diese Option - ggf. mehrere hintereinander oder in einem größeren Raum/OpenAir. Es gibt aber auch dort Beiträge, aus Solidarität oder Risikoabwägung auf analoge Gottesdienste zu verzichten. Der Wunsch ist aber definitiv da (Und ich verrate euch was: Auch bei den Pastoren!). Bis dahin wird Zoom als eine gute Alternative gesehen - jedoch nicht für alle. Einige präferieren einen Gottesdienst über Youtube, an dem man leichter teilnehmen kann - und im Schlafanzug :). Über Zoom haben wir bislang relativ viele interaktive Elemente einfließen lassen, es wird jedoch bei uns eher ein Gottesdienst zum konsumieren gewünscht. Neben Youtube ist auch Autokino eine Option.


9. Was wünschst du dir gerade von der Gemeinde?

Sofern Wünsche da waren gingen sie in Richtung: Mehr Anrufe, mehr Kontakt, mehr Nähe. Hier kam auch die Sehnsucht nach der alten Normalität zum Ausdruck.


10. Möchtest du sonst noch etwas sagen? Was gut läuft, was verbessert werden kann...?

Neben etwas ausgedrücktem Unverständnis über unseren Fokus auf Online und Anrufe und die Vorsicht bei Präsenzangeboten kam hier vor allem Dankbarkeit ggü. der Pastoren und Gemeindeleitung zum Ausdruck. Tat gut das zu lesen. Ich bin froh, dass es bei uns so gut läuft und wir Pastoren auch von der Gemeinde wohltuenden Rückhalt erleben! Es kann auch anders laufen: Ich bin mit einigen Pastor:innen in Kontakt und höre grade in den letzten zwei Wochen eine wachsende Ermüdung, Frustration über die Situation, Zweifel an sich selbst und der Berufung aufgrund mangelnder digitaler Kompetenzen, wenig Erfolgserlebnisse, Unsicherheit u.v.m. Es kann gut sein, dass eure Pastor:in gerade euer Feedback und euren Rückhalt ganz besonders braucht - vielleicht die richtige Gelegenheit für eine nette "Halte durch"-Karte.


Das war es erstmal von unserer Umfrage. Ich kann euch nur empfehlen: Macht es auch. Macht sichtbar, was nicht so läuft. Bessert nach. Und: Feiert die Erfolge!

Schreibt mir gerne, was ihr für Erfahrungen macht!

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