• Christian Lunkenheimer

Als Gemeindeleitung das "neue Normal" gestalten

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Wenn man als Gemeindeleitung gerade die nächsten Monate planen möchte, stellt man fest: Ganz so einfach ist das nicht, denn alle stellen sich die Zukunft unterschiedlich vor und treffen auf dieser Basis ihre Entscheidung. Angesichts einer so offenen Zukunft keine leichte Übung.


Für die FeG Gevelsberg habe ich ein Tool entwickelt, das erst einmal eine gemeinsame Ausgangssituation schafft, um dann von dort in verschiedene Zukunftsszenarien hinein zu planen. Es orientiert sich an der Liberating Structure „What? So What? Now what?“ (Was? Was bedeutet das? Was jetzt?)


Nutzt es gerne auch für eure Planungen und gebt mir Rückmeldung, wie es geklappt hat. Die Methode kann mit 5-50 Personen gut durchgeführt werden. Wahlweise in Etappen oder in einer Session von knapp drei Stunden inkl. Pausen.

Vorbereitung

  1. Lest für euch selbst den Artikel „Zurück aus der Zukunft“ und markiert alles, was bei euch zutreffen könnte oder welche Idee bei euch passt. Gerne auch, was Widerspruch erzeugt. Am besten nutzt ihr dafür mehrere Farben. Hier findet ihr den Artikel zum Ausdrucken.

  2. Ladet euch das Tool-Template als PDF herunter. Für die analoge Durchführung klebt ihr die Umrisse mit Krepp auf der Wand oder dem Boden großzügig ab. Zusätzlich braucht ihr noch Post-ist bzw. Moderationskarten in drei Farben, Stifte und Klebepunkte. Digital könnt ihr das Tool als Hintergrund in Mural, Miro & Co. einbinden:

Das neue Normal gestaltenpdf

Durchführung

  1. Bestimmt eine Moderatorin oder einen Moderator. Diese/r achtet auf die Zeit, stellt die Fragen und unterbindet Diskussionen in der großen Gruppe.

  2. Teilt euch in Gruppen von 5-7 Personen auf.

  3. Entscheidet euch für ein Szenario, das ihr zuerst bearbeiten möchtet.

  4. Der Ablauf ist dann immer gleich und geht von außen nach innen:

A Was würde in unserer Gemeinde passieren?

  1. „Angenommen Szenario A, B, C tritt ein: Was würde in unserer Gemeinde passieren?“ Zehn Minuten in der Kleingruppe zur Frage (1 min. für sich selbst überlegen, dann 9 min. in Kleingruppe Gedanken sammeln und im entsprechenden Kreisabschnitt als Post-it auf das gemeinsame Board bringen). Nutzt nicht nur die Schilderungen aus dem Artikel, sondern ergänzt eure eigenen Gedanken und die aus anderen Szenarien, die euch passend erscheinen.

  2. Dann drei Minuten lang die Sammlung aller Gruppen sichten und clustern: Welche Post-its sind gleich? Diese als ein Post zusammenfassen. Wenn ein Post unverständlich ist, erklären. Nicht diskutieren!

  3. Mit Punkten bewerten: „Was würde davon wahrscheinlich passieren?“ (Punkteanzahl je Teilnehmenden: Anzahl Post-its durch zwei | 2 Minuten)

B Was bedeutet das für unsere Gemeinde?

  1. Nächster Abschnitt: „Was bedeutet das für unsere Gemeinde?“ Durchführung wie im vorigen Abschnitt. Hier kommt in den Blick: Was bedeutet diese Prognose für unsere Gemeinde? Welche Folgen hat das für uns? Ein Beispiel: Stand im vorherigen Abschnitt etwa „Digitalmüdigkeit setzt ein, digitale Angebote werden nicht mehr genutzt“, könnte jetzt weitergedacht werden (das bedeutet für unsere Gemeinde…): Identifikation geht zurück, PastorInnen werden frustriert, Spenden sinken, geistliche Entwicklung stockt u. v. m. (Zehn Minuten in Kleingruppen, 3 Minuten clustern)

  2. Mit Punkten bewerten: „Bei welchen Posts seht ihr den dringendsten Handlungsbedarf?“ (Weil es wahrscheinlich eintritt und/oder große Auswirkungen hat | 2 Minuten | Anzahl s. o.)

C Was ist also zu tun?

  1. Nächster Abschnitt: „Was ist also zu tun?“ Gleiche Durchführung: 1 min. allein, 9 Minuten in Kleingruppe, dann in großer Runde sammeln. Hier kommt in den Blick, was nun zu tun ist. Das können erste kleine Schritte sein oder große Ideen, die man verfolgen möchte.

  2. Mit Punkten bewerten: Was sollten wir davon am Ehesten tun? ( 2 Minuten | Anzahl s. o.)

D Weitere Szenarien bearbeiten


Bearbeitet die anderen Szenarien in gleicher Weise (A-C). Wechselt ggf. die Kleingruppe oder macht an einem anderen Termin weiter.


E Die nächsten Schritte festmachen


Legt gemeinsam fest, was ihr in jedem Fall tun werdet und kopiert die Post-its auf das entsprechende Feld unterhalb der Kreise (Bei großen Gruppen evtl. durch Punktwertung entscheiden). Überlegt euch das ebenfalls für das Eintreffen der Szenarien A-C. Im Idealfall notiert ihr auch direkt Zuständigkeiten und Deadlines für die Umsetzung.


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